Die treue Gattin

Jeden Abend steht die ältere Dame an der Straße. Direkt unter einer Laterne. Ob nun im Frühling, Sommer, Herbst oder im Winter. Ab 18:00 Uhr ist sie dort – und wartet. Sie wartet auf ihren Ehemann, der sie dort einst vor satten 10 Jahren aus dem Auto steigen ließ und sagte: „Schatz, warte hier, ich bin gleich zurück und hol' dich ab.“ Doch er kam nie wieder. Und seitdem harrt sie jeden Tag voll der Hoffnung aus, ob er nicht vielleicht doch wieder zu ihr zurückkehre.

Anmerkung & Erklärung: Diese Geschichte gibt es in vielen Variationen – und meist auf die eigene Stadt zugeschnitten. Manchmal ist es der Ehemann, der am Potsdamer Platz oder dem Marienplatz wartet. Manchmal ist's auch ein Kind, das am Kino steht, und bangt, dass sein Vater zurückkehrt, der vor Jahren „nur mal schnell Zigaretten holen“ ging. Vielleicht mag die ein oder andere Erzählung wahr sein. Aber auch wenn nicht: alle haben sie einen Vorläufer: Hachikō. Dies ist die wahre Geschichte eines Hundes aus Japan. Dieser hatte sein Herrchen, einen Universitätsprofessor, jeden Tag nach der Arbeit vom Bahnhof Shibuya in Tokio abgeholt. Als der Professor eines Tages während einer Vorlesung starb und nicht wie gewohnt am Bahnhof ankam, wich Hachikō nicht von seinem Rhythmus ab. Über 10 Jahre ging der Hund stets zur gewohnten Zeit zum Bahnhof und wartete treu auf sein Herrchen – bis auch er eines Tages verstarb.

In Japan wurde Hachikō durch Artikel in verschiedenen Zeitungen zur Legende und Inbegriff der treue. 2009 wurde die Geschichte mit Richard Gere als Professor verfilmt.

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Der Kleiderschrank

Es war ein regnerischer Herbsttag in Providence und wie so oft hatten sich die beiden Brüder Chris und Jerry mal wieder in den Haaren. Grund war wie oft die Angst des jungen Chris vor seinem Kleiderschrank. Er fürchtete, dass ein Ding in diesem wohnen würde, das ihn des Nachts holen will.

Doch nicht nur von seinem Bruder wurde der verängstigte Junge wegen seiner Angst geneckt, auch einige seiner Freude wurden nicht müde, ihn deswegen aufzuziehen und zu verspotten. Als ihn an diesem Tag noch einige seiner Klassenkameraden besuchten, schien die Situation zu eskalieren. Insbesondere Jerry spottete wieder gegen seinen Bruder und versuchte ihn, dazu zu drängen, in den Schrank zu gehen.

Der junge Chris konterte und meinte, Jerry solle doch in den dunklen Schrank gehen, wenn er doch so mutig ist. Er würde schon merken, wenn ihn das Ding holen kommt. Jerry nahm die Chance war und sagte, wenn er es 5 Minuten in dem Schrank aushalte, müsse sein kleiner Bruder die selbe Zeit darin verbringen – widerwillig aber aufgrund des befürchteten Spottes stimmte dieser zu.

Im Zimmer des Jungen und unter den Augen der Freunde ging der große Bruder in den dunklen Wandschrank, schloss die Tür hinter sich und schrie kurz daraufhin verängstigt. Die Kinder dachten an einen Streich – erst als es plötzlich still wurde, machten sie sich Sorgen.
Nach einigen Minuten öffneten sie besorgt die Tür, doch nur noch die Kleidung des Jungen war vorzufinden. Jerry war spurlos verschwunden.

Anmerkung & Erklärung: Die Geschichte vom schrecklichen Kleiderschrank ist recht alt, da sie auf kindlichen Ängsten beruht. Entsprechend oft findet sie deshalb auch Einzug in Filme (etwa Boogeyman) und Serien. Auch bei der Serie X-Faktor wurde sie bearbeitet.

Picture (CC) by KateMonkey

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Der Babysitter

Eine junge Studentin wollte sich in ihren Semesterferien etwa dazuverdienen. Gesagt, getan: Sie registrierte sich bei einer Agentur für Babysitter und bekam schon am nächsten Abend ihre erste Arbeit zugeteilt. Ein Ehepaar unweit ihrer Wohnung hatte sie angefordert, um für einige Stunden die Kinder zu hüten, während die beiden seit langer Zeit mal wieder gemeinsam ausgingen.

Der Abend begann sehr ruhig. Die Studentin spielte mit den Kindern und brachte sie anschließend ohne große Mühe ins Bett. Daraufhin legte sie sich auf die Couch und schaute etwas fern – bis plötzlich das Telefon klingelte. Der Babysitter hob ab und fragte, wer da sei. Doch am anderen Ende meldete sich niemand. Nur ein leises Stöhnen war zu hören. Ohne weiter darüber nachzudenken, legte die junge Frau auf und begab sich wieder auf die Couch. Wenige Minuten später klingelte das Telefon wieder. Erneut war nur das leise Stöhnen zu hören, weshalb der Babysitter auflegte und den Notruf wählte. Die Frau der Notrufstelle sagte ihr, dass sie ruhig bleiben solle und man ihr eine Streife vorbeischicke.

Kurze Zeit darauf läutete es wieder. Erneut nahm die junge Studentin ab. Doch diesmal hörte sie eine leise Stimme am Ende der Leitung. Diese sagte: "... willst du denn nicht schauen, ob es den Kindern gut geht ...". Die junge Frau bekam einen großen Schreck und stürmte sofort nach oben, wo sie die beiden Kinder ermordet in ihren Betten vorfand. Wie sie von der Polizei erfuhr, die anschließend eintraf handelte es sich bei dem Anruf um einen entflohenen Psychopathen, der in dieser Nacht noch einige weitere Kinder getötet habe.

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Süßes oder Saures! Vergiftete Süßigkeiten und Co.

Vor allem in den 70er, 80er und 90er Jahren aber auch heute noch, geistern um die Zeit um Halloween Berichte durch die Medien, die vor vergifteten oder anderweitig präparierten Süßigkeiten warnen. So würden kinderhassende Nachbarn Rasierklingen in Äpfel und Schokolade packen, Mottenkugeln, Schlankheitspillen oder eben vergiftete Süßigkeiten an die Kinder verteilen, die an ihre Tür klopfen.

So sei in einem New Yorker Vorort ein kleines Mädchen mit ihren Freunden an Halloween auf Sammeltour gegangen und habe auch bei einem älteren Herrn Süßes oder Saures gespielt. Nachdem der Mann zunächst griesgrämig dreinschaute, wies er die Kinder an, einige Minuten zu warten, dann würden sie auch etwas von ihm bekommen.

Wie versprochen kehrte der Mann nach kurzer Zeit mit einigen Äpfeln und Tafeln Schokolade zurück, die er an die Kinder verteilte.

Nach dem Ende der Süßigkeitensammlung begannen die Kinder hastig die Beute in sich hinein zustopfen, bevor ihre Eltern sie warnen konnten, nicht zu viel auf einmal zu essen. Das kleine Mädchen begann plötzlich zu schreien und wand sich vor Schmerzen. Nachdem ihre Freunde Hilfe geholt hatten und das Kind ins Krankenhaus eingeliefert worden war, zeigte sich der Grund für die Schmerzen: Mehrere der Süßigkeiten waren mit Rasierklingenstücken gespickt worden. Eine von diesen hatte dem Mädchen die Speiseröhre zerschnitten.

Anmerkung & Erklärung: Die regelrechte Panik die während der 70er bis 80er Jahre herrschte wird heute als "Poisoned Candy Scare" bezeichnet und erwies sich im Nachhinein als ziemlich unbegründet. Dennoch: In den letzten Jahren gab es durchaus einige wenige Fälle, in denen Kinder mit vergifteten Süßigkeiten getötet worden waren. Die Täter waren zumeist aber keine Fremden sondern Verwandte der Kinder, die diese hassten oder aus dem Weg schaffen wollten.

Gerüchte wonach in Süßigkeiten Fremdkörper – etwa Rasierklingen, Nadeln, Scherben etc. - gefunden wurden, sind ebenfalls einige Male dokumentiert worden. Dennoch gibt es von offizieller Seite keinen Grund zur Panik und Hysterie. Eltern sollten einfach die Halloween-Beute ihrer Sprösslinge kontrollieren, bevor sich sich mit diesen vergnügen – raten etwa US-Polizeidienststellen.

Picture (CC) by scottfeldstein

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Todsicherer Selbstmord

John Smith war ein echter Pechvogel. Erst vor kurzem war er von seiner Frau verlassen, anschließend ausgeraubt und letztlich gekündigt worden. Auch seine zwei Kinder wollten von ihrem alten Herrn nichts mehr wissen und mieden jeden Kontakt mit ihm.

Aufgrund seines, wie John meinte, beschissenen Lebens entschloss er sich Suizid zu begehen – er habe schließlich nichts zu verlieren. Da er allerdings von seinem steten Unglück überzeugt war, wollte er bei seinem Selbstmord auf Nummer sicher gehen und plante alles genau: Er band sich an einen schweren Stein, mit dem er sich von einer Klippe stürzten wollte, kaufte extra eine Pistole um sich während des Falls zu erschießen und schluckte darüber hinaus eine ganze Packung Schlaftabletten und trank eine halbe Flasche Whisky.

Als John jedoch letztlich von der Klippe springen wollte, kam alles anders als geplant: Durch den Whisky war er derart desorientiert, dass er den eigentlichen Abhang verpasste und stattdessen seitlich die Böschung zum Meer hinunter kullerte. Aus seiner Pistole löste sich beim Sturz ein Schuss, der das Seil zum Stein durchtrennte und ihm so von einem möglichen Ertrinken rette. Unten angekommen war John so schlecht, dass er sich prompt übergab und die Schlaftabletten samt Whisky heraus würgte.

... eine Woche später gewann John Smith 1.000.000 Dollar im Lotto.

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Die Halloween-Dekoration

In einer kleinen Stadt in den USA brach gerade der die Zeit von Halloween an.

Viele der Einwohner brachten, wie dieses nun mal in den Vereinigten Staaten ist, ihre Dekoration in Stellung. Sie schnitzen Kürbisgesichter, hingen Geister, Hexen und Skelette in ihre Fenster und manch einer stellte einen Sensenmann oder eine furchteinflösende Vogelscheuche in den Vorgarten.

Angesichts dessen wunderte sich auch niemand über einen Mann, der erhängt an einem Baum eines kleinen Einfamilienhauses baumelte. Es handelte sich hierbei um einen Postangestellten, der gerade von seiner Frau verlassen worden war und den Schmerz nicht verkraftet hatte. Aus diesem Grund hatte er des nachts eine Schlinge um den stärksten Ast seines Baumes geschlungen und mit Hilfe diesen seinem Leben ein Ende bereitet.

Der Postangestellte hing für geschlagene drei Tage an den Baum, bevor jemand dieses meldete. Die meisten Einwohner, Passanten und Autofahrer hatten den Erhängten schlicht für eine Halloween-Dekoration gehalten – und zwar eine sehr gute.

Anmerkung & Erklärung: Diese Geschichte kursiert schon seit Jahren, hat sich aber im Jahre 2006 schließlich bewahrheitet. Tatsächlich hatte sich in Frederica, Delaware eine Frau an einem Baum (nahe einer gut befahrenen Straße) erhängt. Zwar blieb sie nicht gerade drei Tage sondern nur für eine Nacht hängen, war in dieser Zeit aber von niemandem als Leiche erkannt worden, da Halloween vor der Tür stand.

Picture (CC) by ElStruthio

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Die Leiche im Bettkasten

Es regnete in Strömen als Marie und Arthur in einem Motel an der Route 66 eincheckten. Sie waren froh noch ein Zimmer bekommen zu haben, denn bei der dem Regen hatten sich etliche Autofahrer entschlossen, eine Pause einzulegen und mit der Weiterfahrt bis zum Morgen zu warten.

Als das Pärchen die Tür zum Zimmer 14 aufschloss stieß ihnen ein Schwall abgestandener, eklig riechender Luft entgegen, weshalb sie zunächst das Fenster aufrissen um feuchte aber immerhin frische Luft herein zulassen. Erst als sie sich zum schlafen hinlegen wollten schlossen sie es wieder, da Marie das Prasseln des Regens nicht mochte.

Nur eine Stunde nach dem Arthur eingeknickt war, erwachte er plötzlich und stellte fest, dass das ganze Zimmer von einem intensiven widerlichen Gestank erfüllt war. Er wusste nicht woher er kam und weckte daher seine Freundin, da er ein Gasleck oder ähnliches vermutete. So schnell wie möglich verließen er und Marie das Gästezimmer und meldeten sich bei der Rezeption des Motels.

Der Besitzer, der gleichzeitig der Rezeptionist war, gab an, dass ein Gasleck unmöglich sei. Die Absteige sei ganz und gar auf Elektrizität angewiesen, da ein Gasanschluss in der abgelegenen Gegend unmöglich ist. Der Gestank, so erklärte der Mann, müsse woanders herkommen. Der Besitzer entschloss sich daher, selbst nachzusehen.

Als Arthur und der Inhaber des Motels ins Zimmer kamen, stellten sie fest, dass der Geruch unnatürlich stark war und auf jeden Fall aus dem Zimmer selbst kommen musste. Nachdem sie alles abgesucht hatten blieb nur noch das Bett als Ursprung des Geruches übrig. Womöglich, meinte Arthur, sei eine Ratte in der Matratze verendet, woraufhin der Motel-Besitzer dieses abwiegelte aber dennoch für eine Untersuchung der Matratze war. Als sie diese hoch hoben musste Arthur seine Vermutung jedoch schnell revidieren, denn er erkannte sofort die wahre Ursache des Gestankes: Im Bettkasten lag eine Leiche, die schon eine ganze Zeit dort zu verwesen schien.

Anmerkung & Erklärung: Ja, diese Geschichte ist wirklich war. Etwas ähnliches ist in Kansas City, Atlantic City und einigen weiteren Orten geschehen. Zwar wurden nicht immer ganze Körper aber zumindest Leichenteile, Blutlachen etc. gefunden. Eine Aufstellung verschiedener Fälle findet man bei snopes.com.

Picture (CC) by sheilaellen

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