Willkommen im Club! - HIV im Kinosessel

Ein junger Teenager und seine Freundin feierten ihr 10wöchiges Jubiläum. Beide wollten sie dieses mit einem Kinobesuch begehen und hatten sich prompt für einen neuen Streifen mit Tom Cruise entschieden. Sie lösten die Karten, gingen in den schon dunklen Vorführraum, indem gerade die Trailer liefen und nahmen Platz.

Als sich der Teenager auf Polster des Kinosessels niederließ verspürte er einen sanften Stich, den er allerdings nicht weiter beobachtete.

Nach dem der Film gelaufen war und das Licht den Saal erhellte, erhob sich das Pärchen von den Sitzen. Erstaunt fand der junge Mann einen Zettel, der in seinem Sessel lag und eine Spritze, die aus dem Polster ragte

Auf dem Zettel stand: "Willkommen im Club! Du hast dich gerade mit AIDS infiziert … ”

Anmerkung & Erklärung: Die Willkommen im Club!-Geschichten gehören angeblich zu den bekanntesten Urban Legends. Es gibt sie in unendlich vielen Versionen. Mal spielen sie im Kino, in einem Bus, einer Diskothek oder werden auf einen Obststand oder sogar einen Geldautomaten umgemünzt.

Kettenbriefe bzw. Emails verbreiten diese Storys schon seit Jahren und haben in Discos in den USA, Österreich und sogar Deutschland für Verunsicherung geführt. Auch während der Love Parade 2007 in Essen (weitere Infos), so wurde mir zugetragen, habe ein Gerücht um einen "Verrückten mit Aids-Spritze" die Runde gemacht.

Tatsache ist allerdings: Bisher hat es keinen bestätigten Fall gegeben, in dem jemand - wie in der obigen Legende - durch eine HIV-infizierte Spritze in einem Kinosessel, einer Disko etc. infiziert wurde. Es handelt sich also um eine typische urbane Legende.

Auch falls tatsächlich jemand auf die Idee kommen sollte, auf diese Weise Menschen vorsätzlich anzustecken, ist eine Infektion unwahrscheinlich. HI-Viren – ob in Blut, Sperma etc. - können außerhalb des Körpers nicht lange überleben. Selbst die Messerattacke bei der Eröffnung des Berliner Hauptbahnhofs, bei der auch ein HIV-Infizierter verletzt wurde, blieb ohne Folgen für die weiteren Opfer.

Im November 2007 wurde ich per Email(s) auf eine "überarbeitete Variante" eines bekannten deutschen Kettenbriefes hingewiesen – der sich mittlerweile in mindestens drei Internet-Foren findet. Laut diesem sei aktuell in einem Kölner Lichtspielhaus eine Person mit einer HIV-infizierten Nadel mit dem Virus angesteckt worden. Ebenso wie in der obigen Geschichte sei auch die bekannte Notiz zu finden gewesen. Neu hingegen: Es wird behauptet, dass Uwe Kerper, ein Mitarbeiter der Abteilung Bevölkerungsschutz im Rhein-Sieg-Kreis (RegBez. Köln), diese Geschichte bestätigt habe – und auf etliche etliche ähnliche Fälle hinwies.

Letzteres ist definitiv falsch. Auf Anfrage von mir antwortet Herr Kerper, dass er keine Warnmeldung verfasst oder bestätigt hat. "Die Warnmeldung", so seine Antwort, "(ist) nicht neu und reine Panikmache." Zur weiteren Information verweist er auf die Seite des Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik.

Auch das Landeskriminalamt (LKA) hat mittlerweile eine Pressemitteilung dazu herausgegeben und erklärt "Entsprechende Fälle hat es nicht gegeben (...) Das Sachgebiet Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Landeskriminalamtes SH hat selbstverständlich eine solche "Warnung" nicht herausgegeben. Die Verfasser haben offensichtlich die Absicht Angst und Schrecken zu verbreiten und wollen zudem eine hohe Datenlast erzeugen."

Picture (CC) by dailydog

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Die grausige Diskobekanntschaft

Auf einer wilden Party in einer Diskothek lernt eine junge Frau - wir nennen sie der Einfachheit halber Manuela - einen charmanten und ebenso gut aussehenden Mann kennen. Er tanzte sie an, flirtete mir ihr. Sofort merkte sie, dass sie einfach auf einer Wellenlänge liegen mussten.

Die ganze Nacht durch tranken sie, tanzten bis die Füße schmerzten und vergnügten sich auf einer engen Toilette.

Als sich der Abend dann langsam dem Ende zuneigte, fragte der gut aussehende Fremde, ob Manuela, ihn nicht nach Hause begleiten wolle. Dort, so gab er ihr zu verstehen, könnten sie dort weitermachen, wo sie in der Toilette aufhören mussten. Die junge Frau lehnte allerdings ab. Sie sei mit einigen Freundinnen in die Diskothek gekommen und wollte diese nicht alleine nach Hause lassen.

Nach einigen Tagen, Manuela hatte die Diskobekanntschaft schon fast vergessen, bildete sich bei ihr ein seltsamer und äußerst ekliger Ausschlag. Aus Sorge, dass dieser schlimmer sein könnte, als er sowieso aussah, ging sie zu einem Arzt und vertraute sich diesem an. Der Arzt untersuchte sie und gab ihr einige Medikamente mit, die ihr helfen sollten.

Wiederum einige Tage später, klingelte es an der Tür. Manuela öffnete und fand zwei Polizisten vor, die sie unbedingt sprechen wollte. Wie Manuela von ihnen erfuhr, handelte es sich bei ihrem Ausschlag um Leichenfäule. Der Mann, mit dem sie sich auf der Diskothek getroffen hatte, hätte sie übertragen: Er war ein Mörder und Nekrophiler, in dessen Keller man die Leichen zweier Frauen vorgefunden habe.

Vielen Dank an den Zusender der Story.

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Der mysteriöse Rudolph Fentz

Wir schreiben das Jahr 1950: Es ist ein recht warmer Abend und genau 23:15 Uhr, als ein Mann, etwa 25 Jahre alt, mit aufgerissenen Augen am New Yorker Times Square entlang stolpert. Von allen Seiten streifen ihn verwunderte Blicke der vorbeigehenden Passanten, was nicht verwunderlich ist: Der Mann ist gekleidet, als käme er gerade von einer Party, die das Thema "Viktorianisches Zeitalter" trägt.

Noch merkwürdiger als seine altertümliche Kleidung ist allerdings seine Herkunft. Keiner der Anwesenden hatte ihn vorher bemerkt. Er schien direkt aus dem Nichts aufgetaucht zu sein.

Genau so schnell wie die seltsame Situation begann, fand sie aber auch ihr Ende: Ein Taxi fuhr den Mann an, welcher plötzlich auf die Straße gestolpert war und anschließend seinen Verletzungen starb.

Bei einer Untersuchung des merkwürdigen Herrn in der lokalen Leichenhalle begann die Angelegenheit allerdings noch seltsamer zu werden. Polizisten und der Leichenbeschauer entdeckten mehrere alte Dollarnoten, die Ende des 19. Jahrhunderts existiert hatten, einige Pfandmarken, einen Brief der auf das Jahr 1876 datiert war und letztlich ein paar Visitenkarten mit dem Namen Rudolph Fentz und einer entsprechenden Adresse.

Wie sich bei einige Nachforschungen der Polizei herausstellte, handelte es sich bei dem Mann scheinbar tatsächlich um einen gewissen Rudolph Fentz; einem Mann der 1876 spurlos verschwand, nachdem er zu einem kurzen Spaziergang aufgebrochen war. Sowohl das Aussehen als auch die Kleidung sollen eindeutig auf den Unbekannten gepasst haben, der 1950 auf dem New Yorker Times Square aus dem Nichts aufgetaucht war.

Anmerkung & Erklärung: Auch wenn die obige Geschichte heute immer noch in einigen Foren, Magazinen etc. als Faktenbericht auftaucht ist sie doch einfach eine Legende, die schon seit fast 40 Jahren existiert. Sie basiert, wie man heraus fand, auf einer Kurzgeschichte, die 1951 in einem Science Fiction-Magazin erschienen war. Urheber der Story war der Schriftsteller Jack Finney, der unter anderem für seine Geschichte “Die Körperfresser kommen” bekannt sein dürfte.

Weiteres in der Wikipedia

Picture (CC) by soylentgreen23

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Der eklige Briefumschlag


Monica Dickens ist eine junge Frau, die in einem Postbüro in Kalifornien arbeitete. Jeden Tag, das war ihre Aufgabe, musste sie dort dutzende oder gar hunderte Briefe und Postsendungen anfeuchten und zukleben. Normalerweise, so war das aus Hygienegründen vorgeschrieben, nutze sie hierzu ein kleines Schwämmchen – doch an einem Tag, man weiß nicht mehr warum, hatte sie ihre Zunge genutzt, um die Klebestreifen zu befeuchten.

Wie es kommen musste, schnitt sie sich bei einem Brief unglücklich in die Zunge, die nach einige Tagen stark an schwoll. So stark, dass sie kaum noch reden und essen konnte und daher einen Arzt aufsuchte. Der Mediziner konnte allerdings nichts Ungewöhnliches feststellen und gab der Postbeamtin daher nur leichte Antibiotika mit, um einer möglichen Infektion entgegen zu wirken.

Nach einigen weiteren Tage suchte Monica Dickens erneut den Arzt auf: Die Schwellung war schlimmer geworden und verursachte mittlerweile schreckliche Schmerzen. Dieses veranlasste den Doktor eine genauere Untersuchung anzustellen, wobei er auf eine Art Geschwulst im Zungeninnern aufmerksam wurde.

Umgehend wurde Eingriff angesetzt, um die Wucherung zu entfernen. Als der Mediziner allerdings mit einem Skalpell einen ersten Schnitt ansetzte, wollte er seinen Augen kaum trauen. Aus der Wunde in der Zunge quetschte sich ein Kakerlak hervor, das prompt das Weite suchen wollte.

Wie zu vermuten wäre, befanden sich auf dem Umschlag, mit dem sich die Frau geschnitten hatte, Kakerlakeneier. Eines der Eier hatte sich in der heilenden Wunde eingenistet und konnte sich aufgrund der feuchten und zudem warmen Umgebung gut entwickeln.

Anmerkung & Erklärung:
Angeblich beruht die Geschichte auf einem Bericht des TV-Senders CNN. Die Originalmeldung konnte ich bisher allerdings noch nicht ausfindig machen. Höchstwahrscheinlich ist die Geschichte Erfindung.

Picture (CC) by ctsnow

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Die ewig brennende Glühbirne

Die Zeit nachdem ersten Weltkrieg: Ein junger Mann aus der Umgebung von Essen hatte sich an einem verregneten Nachmittag auf eine Einkaufstour auf den allgegenwärtigen Schwarzmärkten begeben. Außer überteuerten Lebensmitteln kaufte er bei einem Händler auch eine Glühbirne für sein Esszimmer, da die letzte erst vor kurzem zu Bruch gegangen war.

Wieder zu Hause, schraubte der Deutsche die Glühbirne umgehend ein und erfreute sich an ihrem gelblichen Schein. Während den kommenden Jahren verrichtete die Glühlampe unentwegt ihren Dienst. Selbst nach Jahrzehnten leuchtete sie immer noch, was dem mittlerweile älteren Mann seltsam erschien. Schließlich musste er alle sonstigen Glühbirnen in den anderen Räumen schon dutzende Male austauschen.

Kurz entschlossen stieg der Mann auf einen Stuhl, schraubte die Glühlampe heraus und entdeckte das Signum des Herstellers - Osram -, samt einer seltsamen Nummer auf der Einfassung.
Da er unbedingt das Geheimnis der Langlebigkeit lösen wollte, schrieb der 50jährige die Firma an, schilderte seinen Fall und fragte, ob man ihm bei der Lösung des Rätsels behilflich sein könnte.

Schon wenig später erhielt der ältere Herr ein Rückschreiben, wonach man ihm die Glühbirne gerne abkaufen wolle.

Dieses kam den Deutschen allerdings äußerst merkwürdig vor, weshalb er das Angebot ablehnte, die Glühbirne in ein Bankschließfach sperrte und zu recherchieren anfing. Wie er nach Monaten endlich entdeckte, hatte der bekannte Glühbirnenfabrikant einst ein Patent auf eine Glühbirne angemeldet, welche ewig brennen würde und schlicht unverwüstlich sei. Allerdings wäre die Glühlampe nie in Massenproduktion gegangen, da dieses für Osram wirtschaftlicher Selbstmord gewesen wäre.

Allerdings, so schätze der Mann, wären während der Kriegswirren scheinbar einige der Prototypen gestohlen und auf Schwarzmärkten verkauft worden. So war auch er an seine ewig brennende Glühbirne gekommen.

Anmerkung & Erklärung: Die gleiche Geschichte findet sich sich auch bei sagen.at und ist darüber hinaus – mit kleinen Variationen – auch in den USA, Frankreich und etlichen weiteren Ländern bekannt.

Angeregt wurde diese Legende wahrscheinlich durch eine Glühbirne, welche in einer Feuerwache der Stadt Livermore ihren Dienst verrichtet. Bereits seit 1901 ist sie durchgehend im Betrieb, was sie zur langlebigsten Glühlampe der Welt macht. Ähnlich phänomenale Alter haben auch eine Glühbirne im Livestock Exchange Building - Fort Worth, Texas – und Gasnick Supply, einem Eisenwarenladen, in New York City auf dem Buckel.

Picture (CC) by andyket

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Die toten Taucher im Wald


Als es vor einigen Jahren in den USA zu heftigen Waldbränden kam, entschlossen sich die Behörden Löschflugzeuge einzusetzen, um der Flammen Herr zu werden. Als Wasserquelle sollte diesen ein einige Kilometer entfernter See dienen, welcher aufgrund seiner Länge leicht angeflogen werden konnte.

Nachdem die Feuerwehr und die fliegenden Löschkräfte den Brand gebändigt und schließlich vollends besiegt hatten, machten man eine erschreckende und zudem kuriose Entdeckung: In einem verkohlten Waldstück fand man zwei tote Taucher auf. Einer hing in einem Baumwipfel und ein weiterer lag leblos auf dem verkohlten Boden.

Zunächst herrschte Verwirrung über den seltsamen Fund, doch wie sich schließlich herausstellte, handelte es sich bei den beiden Leichen um einen pensionierten Tauchlehrer und dessen Sohn. Beide hatten scheinbar in dem See, welcher als Wasserquelle für die Flugzeuge diente, das Tauchen für eine bevorstehende Reise ans Meer geübt und waren versehentlich von einem Flugzeug aufgeladen worden.

Anmerkung & Erklärung: Diese Geschichte existiert in etlichen Versionen und wurde unter anderem in einer Folge von CSI und dem deutschen Film “Der Tote Taucher im Wald” verarbeitet. Dass diese Story auf einer wahren Begebenheit beruht ist bisher nicht bestätigt worden. Auch laut snopes.com ist die Geschichte unwahr.

Picture (CC) by Michael Scheltgen

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Urban Legends - Wahrheit, Lüge und ein Turklebaum

Eine wohl gefüllte Party in einem deutschen Vorort: Teenager tanzen, trinken und unterhalten sich. Eine junges Mädchen erzählte gerade, dass sie demnächst mit ihren Eltern nach Sarajevo fahren wird, als sich ein Teenager in das Gespräch einschaltet und energisch von der Reise in die Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina abrät.

"Weißt du, ich habe gehört, dass (...)", beginnt dieser seine Erzählung von einem Mann, der ebenfalls in Sarajevo war und dieses für den Rest seines Lebens bereuen sollte. In einer Bar sei er betäubt worden und wenig später in einer verdreckten Seitenstraße aufgewacht. Wie er erschreckt feststellte, hatte man ihm eine Niere entfernt – die Organmafia, so heißt es, habe hinter dieser Tat gesteckt. Binnen weniger Minuten sei ihm das essentielle wie auch teure Organ herausoperiert worden.

"Das ist doch vollkommener Unsinn!", erwidert das reiselustige Mädchen, woraufhin ein weiterer Party-Gast seine Meinung abgibt. "Nein, ist echt wahr die Geschichte. Die hab' ich auch von der Cousine meiner Freundin gehört. Deren Stiefvater soll das passiert sein (...)", erklärte er überzeugt.

Auf diese und ähnliche Weisen verbreiten sich moderne Schauermärschen – oftmals als "Urban Legends" (bzw. Urbane Legenden), "modernde Mythen", "Großstadtlegenden" oder auch "Wandermärchen" bezeichnet. Es sind zumeist kurze Geschichten, Anekdoten und "angeblich wahre Begebenheiten", deren Verbreitung über mündliche Erzählungen, Emails, SMS und sogar die etablierten Medien sichergestellt ist. Ein äußerst erfolgreiches Mem-Konzept, wie es der Evolutionsbiologe Richard Dawkins bezeichnen würde.

Um den Wahrheitsgehalt der Geschichten über Metallschlingen-Mörder auf der Fahrzeugrückbank, dem Krokodil im Abwasserkanal oder den Spinnen unter der Haut ist es meist – aber nicht immer - nicht gut bestellt. Dennoch, so deutet der englische Fachbegriff für diese Geschichten, FOAF-Storys (Friend of a Friend – Freund eines Freundes), an, sollen sie zumeist dem Freund eines Freundes oder auch einem mehr oder minder entfernten Verwandten oder Bekannten zugestoßen sein.

Das Spektrum der Erzählungen ist sehr breit gefächert und reicht von trivial über lustig bis hin zur grausamen Ekel-Story, die einem den nächtlichen Schlaf raubt. Dennoch werden in den Urbanen Legenden immer wieder klare Motive und sogar Lehren verarbeitet: So sind die Angst vor der Fremde, die Furcht vor Krankheiten und der schnelle Tod ein wiederkehrendes Thema. Auch raten die Geschichten, stets Vorsicht walten zu lassen, nicht fremd zu gehen und seine Mitmenschen nicht aus dem Auge zu verlieren.

Ein Paradebeispiel für letzteres ist die Geschichte von George Turklebaum, welche gleichzeitig eine der bekanntesten Großstadtlegenden ist: George Turklebaum war ein Angestellter in einem New Yorker Lektorat. Seit mehr als 30 Jahren hatte er tagtäglich Bücher, Dokumente und Artikel korrigiert. Er war stets der erste, der ins Büro kam und der letzte, der ging. An einem Montag hatte George einen Herzanfall erlitten und war gestorben, ohne dass einer seiner 23 Kollegen dieses bemerkte. Erst fünf Tage später hatte eine Putzfrau entdeckt, dass der Mann im Drehstuhl nicht mehr am Leben war.

Diese kuriose wie auch traurige Story hatte es bis in die bekanntesten Medien geschafft. Außer Zeitungen wie dem Birmingham Sunday Mercury hatten nämlich auch auch die britische Times, die Daily Mail, der Guardian und sogar die BBC die Meldung aufgegriffen und für bare Münze genommen. Einen George Turklebaum, der unbemerkt in einem New Yorker Büro starb, hatte es aber nie gegeben. Dennoch ist die Geschichte nicht tot zu kriegen. Immer wieder kursiert sie auf Partys, auch wenn George's Name nicht fällt und der Ort des Todes jedes mal ein anderer ist.

Auch nicht wahr sind die Geschichten von HIV-infizierten Spritzen in Kinositzen, dem netten Araber, der eine Frau vor dem 11. September warnte oder Regenwürmern in den McDonalds Burgern. Und auch sie sind trotzdem weit verbreitet und wandern weiterhin von Mund zu Mund und wurden nun sogar von den Größen der Unterhaltungsindustrie als Ideengeber für's TV-Programm eindeckt. Sogar das Ermittler-Team aus der US-Erfolgsserie CSI hatte es schon mit einem urban-legendären Fall zu tun: Ein toter Taucher in einem Baum sollte Grissom und den Rest der coolen Forensiker auf eine harte Probe stellen.

Doch was oft und gerne vergessen wird: Nicht alle Urban Legends sind gleich Lügengeschichten. In manchen steckt durchaus ein Fünkchen und in wenigen sogar eine ganze Flamme Wahrheit. Erst kürzlich ging eine Meldung durch die weltweiten Medien, die eigentlich zu unglaublich ist, um wirklich passiert zu sein: "Toter wacht auf Seziertisch auf", meldete ntv und berichtete über einen für tot erklärten Mann in Venezuela, der aufwachte, als der Gerichtsmediziner mit der Leichenöffnung begann.

Ebenso einen wahren Kern hat - spätestens seit Dezember 2006 - die Geschichte von der Schlange in der Toilette. Peter Phillips, ein australischer Wildhüter, kann es bezeugen! Schließlich musste er das Tier aus dem Abflusssystem eines Hauses befreien.

Egal ob nur einige wenige der Urbanen Legenden aus einem wahren Ereignis herrühren, faszinierend sind sie dennoch. Vielleicht ist es aber auch gerade das. Nicht zu wissen, ob an einer FOAF-Story etwas dran ist; nicht zu wissen, ob tatsächlich einem Motorradfahrer der Kopf abgesäbelt wurde, als er einen LKW überholen wollte, der Metallplatten geladen hatte. Gruseln, ekeln oder belustigen werden uns die kuriosen Geschichten auf jeden Fall, die man vom Freund eines Freundes hört, dem dieses tatsächlich passiert sein soll.

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